Instagram & Co. für Ärzte: Was wirklich erlaubt ist – und was wirklich funktioniert
Die häufigste Frage: „Darf ich das überhaupt posten?“
Viele Ärzte zögern bei Social Media – zu Recht, denn das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und die Berufsordnung setzen Grenzen. Aber: Diese Grenzen sind enger als du vielleicht denkst. Und innerhalb dieser Grenzen gibt es enormen Spielraum für authentischen, wertvollen Content.
Die Grundregel ist einfach: Du darfst informieren, aber nicht mit Heilsversprechen werben. Praxisalltag zeigen, Gesundheitswissen teilen, dein Team vorstellen – das ist alles problemlos möglich.
Was du ohne Bedenken posten kannst
Einblicke in den Praxisalltag
Fotos vom Team (mit Einverständnis), der renovierten Wartezone, einem Weiterbildungstag oder einer neuen medizinischen Ausstattung – das schafft Nähe und Vertrauen, ohne werblich zu sein.
Gesundheitstipps und Aufklärung
Erkläre häufige Diagnosen verständlich, gib saisonale Hinweise (Grippewelle, Zecken, Hitze) oder räume mit verbreiteten Mythen auf. Solche Inhalte werden gerne geteilt und positionieren dich als Experten.
Neuigkeiten aus der Praxis
Neue Sprechzeiten, ein neues Serviceangebot oder die Ankündigung einer Impfaktion – das sind legitime und nützliche Informationen für deine Patienten.
„Wir posten einmal pro Woche und haben dadurch 40 % mehr Website-Besucher aus Instagram bekommen – ohne einen Euro Werbegeld auszugeben.“
Was du vermeiden solltest
Konkrete Heilsversprechen wie „bei uns heilen wir XY zuverlässig“ sind tabu. Auch Vorher-Nachher-Bilder bei medizinischen Eingriffen sind nach HWG grundsätzlich problematisch. Patienten dürfen nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Einwilligung auf Fotos erscheinen.
Welche Plattform passt zu welcher Praxis?
Instagram und Facebook funktionieren besonders gut für visuelle Fachrichtungen (Dermatologie, Zahnmedizin, Ästhetik) und für Praxen, die eine jüngere Zielgruppe ansprechen. LinkedIn eignet sich hervorragend für Fachärzte, die sich im medizinischen Netzwerk positionieren wollen.
Wie oft sollte man posten?
Lieber konstant wenig als inkonstant viel. Ein guter Beitrag pro Woche ist besser als täglich posten und nach zwei Monaten aufzuhören. Plane Inhalte im Voraus – ein einfacher Redaktionsplan für den Monat reicht aus.
